Berge & Wandern in Bayern

Winterwanderung Hochplatte ab Schleching-Mühlau – Route, Fakten & Planung

✓ Von VisitBayern vor Ort besucht

Die Hochplatte ab Schleching-Mühlau ist ein aussichtsreiches Winterziel für erfahrene Bergwanderer. Hier findest du die reguläre Route, nachvollziehbare Tourendaten und die entscheidenden Hinweise zu Schnee, Eis, Einkehr und Alternativen.

AUF EINEN BLICK

Hochplatte ab Mühlau auf einen Blick

Region
Chiemgauer Alpen · Achental · Oberbayern
Ausgangspunkt
Dalsen-Parkplatz, Schleching-Mühlau
Tourenziel
Hochplatte im Chiemgau
Gipfelhöhe
1.583 m; höchster Trackpunkt 1.587 m
Niedrigster Trackpunkt
626 m laut regulärem Tourenblatt
Tourenart
Anspruchsvolle Bergtour im Winter
Strecke
11,2 km reguläre Rundtour; Winterroute variabel
Höhenmeter
1.006 Hm auf und ab, reguläre Rundtour
Gehzeit
6 Std. regulär; Winterzeit nicht bestätigt
Schwierigkeit
Regulär schwer; Winterbedingungen zusätzlich prüfen
Wegcharakter
Forstwege, schmale Steige, steiler Gipfelanstieg
Panorama
Chiemsee, Kampenwand & Tiroler Alpen

Winterwanderung auf die Hochplatte – Bergtag über dem Achental

Unten liegt Schleching, weiter oben öffnet sich die Landschaft zwischen Bergwald und Almflächen: Die Hochplatte in den Chiemgauer Alpen ist ein aussichtsreiches Gipfelziel ab Mühlau. Im Winter verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Vereiste Steige und verschneite Hänge machen aus einer Bergwanderung eine Unternehmung, die Erfahrung und eine sorgfältige Planung verlangt.

Dieser Artikel richtet sich an erfahrene Bergwanderer, die eine Gipfeltour an einem geeigneten Wintertag planen. Wer einen geräumten Spazierweg sucht, findet auf der Marquartsteiner Seite ein anderes Angebot. Weitere Tourenideen findest du unter Berge & Wandern in Bayern.

Ausgangspunkt: Dalsen-Parkplatz in Schleching-Mühlau

Die Tour beginnt am Dalsen-Parkplatz in Mühlau, einem Ortsteil von Schleching im oberbayerischen Achental. In Karten und Tourenportalen erscheint auch die Bezeichnung „Parkplatz Dalsenalm“. Gemeint ist der Ausgangspunkt im Tal, nicht eine Anfahrt zu einer Alm.

Plane deine Anreise mit der aktuellen Beschilderung und den örtlichen Parkregelungen. Gebühren, freie Plätze und die winterliche Befahrbarkeit werden hier nicht als feste Angaben zugesichert. Bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die passende Haltestelle, der zusätzliche Fußweg und die Rückfahrt für den konkreten Tag geprüft werden.

Aufstieg über Oberau und die Oberauerbrunstalm

Die von Achental Tourismus beschriebene Route führt vom Parkplatz nach Oberau und auf einem Steig zur Oberauerbrunstalm. Von der Alm geht es auf dem bestehenden Weg bergauf und an einer Aussichtbank vorbei bis zur Wegkreuzung.

Hier folgt die beschriebene Variante dem linken Abzweig. Die anschließende Passage ist stellenweise sehr schmal und abschüssig. Schnee kann den Verlauf verdecken; Eis verschärft die Abrutschgefahr. Bereits diese Querung kann ein Grund zum Umkehren sein. Ein sonniger Talstart sagt wenig über die Bedingungen weiter oben aus.

Über die Bergwachthütte und Haberspitz zum Gipfel

Nach dem schmalen Steig erreicht die Achental-Route eine Bergwachthütte und anschließend die Forststraße Richtung Hochplatte. Über den Scheitelpunkt Haberspitz führt der letzte steile Anstieg zum Gipfelkreuz. Die im Tourentext genannte knappe halbe Stunde für das Schlussstück ist eine Orientierung für reguläre Bedingungen.

Ein anderes offizielles Tourenblatt beschreibt einen direkten, steilen Anstieg mit blauen Markierungspunkten. Diese Variante ist keine pauschale Winterempfehlung. Halte dich an die vorher geprüfte Route und entscheide vor dem Gipfelanstieg erneut, ob Gelände, Schnee und Zeitplan passen.

Gipfelpanorama: Chiemsee, Kampenwand und Tiroler Alpen

Die Chiemgauer Hochplatte liegt auf 1.583 Metern. Bei klarer Sicht gehören der Chiemsee, die benachbarte Kampenwand und die Tiroler Alpen zu den prägenden Blickrichtungen. Damit verbindet das Gipfelpanorama die Seenlandschaft des Chiemgaus mit den Bergen südlich des Achentals.

Im Winter bestimmen Wolken, Wind und Sichtweite, wie viel davon zu sehen ist. Eine geschützte Pause unterhalb des Gipfels kann angenehmer sein als ein langer Aufenthalt am Kreuz. Für weitere Bergtage in derselben Gebirgsgruppe bietet sich unser Artikel zur Priener Hütte und zum Geigelstein an; auch dort ist die winterliche Eignung gesondert zu prüfen.

Rückweg: bekannte Passagen oder reguläre Rundtour

Die reguläre Achental-Runde führt zunächst zurück vom Gipfel. Ein Abstecher zur Piesenhausener Hochalm ist optional; anschließend verläuft der beschriebene Rückweg über das Ramsental und eine Forststraße nach Mühlau.

Im Winter ist dieser Abstieg nur sinnvoll, wenn seine Bedingungen vorher und vor Ort ausreichend beurteilt werden können. Ein unbekannter Rückweg kann neue Eis- oder Schneepassagen enthalten. Je nach Lage kommt ein Rückweg über den bekannten Aufstieg infrage – auch dessen Querungen müssen im Abstieg sicher begehbar sein. Eine Änderung der Route verändert die Referenzstrecke; eine verbindliche Kilometerangabe für diese Variante liegt hier nicht vor.

Strecke, Höhenmeter und Gehzeit richtig einordnen

Die offizielle reguläre Gipfelrunde ab Mühlau wird mit 11,2 Kilometern, 1.006 Höhenmetern im Aufstieg und ebenso im Abstieg sowie sechs Stunden angegeben. Der niedrigste Trackpunkt liegt bei 626 Metern. Die Tour ist als schwer eingestuft.

Diese Zahlen beschreiben eine veröffentlichte Bergtour, keine geprüfte winterliche Gehzeit. Schnee, Vereisung, Pausen und eine geänderte Linienführung können den Aufwand deutlich erhöhen. Plane frühzeitig, berücksichtige die kurze Tageslichtdauer und lege einen Umkehrzeitpunkt fest. Bei nicht passenden Verhältnissen ist ein anderes Ziel die bessere Wahl.

Winterbedingungen: Eis, Schnee und Lawinengefahr

Die Gipfeltour ab Mühlau ist kein als präpariert bestätigter Winterwanderweg. Schmale Steige und steile Gipfelpassagen verlangen eine Beurteilung der realen Verhältnisse. Eine vorhandene Spur ist kein Nachweis, dass eine Passage sicher ist.

Prüfe vor dem Start Bergwetter und die regionalen Informationen des Lawinenwarndienstes Bayern. Bei fehlender Sicht, nicht erkennbarem Weg, kritischer Vereisung oder nicht beurteilbarer Schneelage muss die Tour angepasst oder abgebrochen werden. Die regionale Gefahrenstufe allein beantwortet die Frage nach einem einzelnen Hang nicht.

Ausrüstung und Anforderungen für den Winterberg

Für diese Unternehmung brauchst du Kondition, Trittsicherheit und Erfahrung auf winterlichen Bergwegen. Zur Ausrüstung gehören geeignete Bergschuhe, warme und wetterfeste Kleidung, Handschuhe, Mütze, Stöcke, Verpflegung, ein warmes Getränk, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, Stirnlampe, ggf. Sonnenbrille, Sonnenschutz und eine verlässliche Navigation mit Reserve.

Grödel oder Spikes können auf geeigneten vereisten Wegen helfen; sie machen anspruchsvolles Absturzgelände nicht sicher. Schneeschuhe lösen das Problem steiler Eispassagen ebenfalls nicht. Für lawinenrelevantes Gelände sind entsprechende Beurteilungskompetenz und der sichere Umgang mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde erforderlich. Hinweise dazu bieten die Winterwander-Empfehlungen des Deutschen Alpenvereins.

Einkehr an Oberauerbrunstalm und Piesenhausener Hochalm

Oberauerbrunstalm und Piesenhausener Hochalm sind die in der regulären Tour genannten Almen. Ihre Bewirtung ist saisonabhängig; eine verlässliche Winteröffnung ist für diese Tour nicht bestätigt. Nimm deshalb Essen und Getränke für den gesamten Bergtag mit.

Aktuelle Angaben findest du bei Chiemgau Tourismus zur Oberauerbrunstalm und zur Piesenhausener Hochalm. Eine Übernachtung ist für diese Tagestour nicht vorgesehen. Die Bergwachthütte entlang der Route wird hier nicht als öffentlich zugängliche Unterkunft dargestellt.

Alternative: präparierte Winterwege rund um den Staffen

Für einen anderen Wintertag bietet die Marquartsteiner Seite der Hochplatte Wege im Bereich der Bergstation, des Hochplateaus Weidenau und rund um den Staffen. Die Hochplattenbahn beschreibt dort präparierte beziehungsweise geräumte Winterwege. Aktuelle Öffnung und Zustand müssen vor dem Besuch geprüft werden.

Dieses Angebot ist räumlich und vom Anspruch her von der Gipfeltour ab Mühlau zu unterscheiden. Es führt nicht automatisch auf den Hochplattengipfel. Prüfe die Winterinformationen der Hochplattenbahn, wenn du eine weniger anspruchsvolle Alternative suchst.

Natur respektieren und den Chiemgau weiterentdecken

Bleibe auf bestehenden Wegen, beachte örtliche Sperrungen und störe Wildtiere nicht. Abkürzungen durch Wald und Almflächen erschweren außerdem die Orientierung. Nimm deinen Abfall wieder mit ins Tal.

Für weitere Touren im Chiemgau findest du bei VisitBayern die Hütten- und Gipfeltour auf Priener Hütte und Geigelstein sowie die Spitzstein-Wanderung ab Sachrang. Diese Artikel sind zusätzliche Planungsinspiration und keine Freigabe für winterliche Bedingungen. Für einen Ausflug ohne Gipfelanstieg lohnt sich ein Blick auf unsere Chiemsee-Ausflugsziele.

Stefan Vogel

Geschrieben von

Stefan Vogel

Gründer, Herausgeber und Autor von VisitBayern

Stefan Vogel ist Gründer, Herausgeber und Autor von VisitBayern. Für VisitBayern ist er regelmäßig selbst in Bayern unterwegs und recherchiert Ausflugsziele, Seen, Wanderungen, Städte sowie besondere Gastgeber vor Ort. Seine persönlichen Erfahrungen, Fotos und Videos verbindet er mit sorgfältig recherchierten und aktuellen Informationen für die Reise- und Ausflugsplanung.
  • Unterwegs in Bayern vor Ort Natur, Kultur & Genuss im Blick Inspiration mit persönlicher Perspektive

Häufige Fragen zur Hochplatte im Winter

Ausgangspunkt, Referenzdaten, Anforderungen und Alternativen für deine Planung.

Wo startet die Hochplatten-Tour ab Schleching?

Am Dalsen-Parkplatz in Schleching-Mühlau, auch Parkplatz Dalsenalm genannt. Die Gipfeltour startet hier im Tal und nicht an der Hochplattenbahn in Marquartstein.

Wie hoch ist die Hochplatte im Chiemgau?

Die Gipfelhöhe beträgt 1.583 Meter. Der höchste Trackpunkt des offiziellen Tourenblatts liegt bei 1.587 Metern; beide Werte bezeichnen unterschiedliche Angaben.

Wie lang ist die Tour und wie viele Höhenmeter hat sie?

Die veröffentlichte reguläre Runde umfasst 11,2 Kilometer und 1.006 Höhenmeter jeweils im Auf- und Abstieg. Bei geändertem winterlichem Rückweg gelten diese Streckenwerte nicht automatisch.

Wie lange dauert die Winterwanderung?

Für die reguläre Gipfelrunde werden sechs Stunden angegeben. Eine bestätigte Wintergehzeit liegt nicht vor. Schnee, Eis und Routenänderungen können den Zeitbedarf erhöhen.

Ist die Hochplatte ab Mühlau eine leichte Winterwanderung?

Nein. Die reguläre Tour ist schwer; im Winter können zusätzliche Gefahren entstehen. Sie eignet sich nicht als allgemeine Empfehlung für Anfänger, Kinder oder einen Spaziergang mit Kinderwagen.

Ist der Weg ab Mühlau im Winter geräumt?

Eine durchgängige Räumung oder Präparierung der Gipfelroute ist nicht bestätigt. Die beschriebenen präparierten Winterwege liegen auf der Marquartsteiner Seite rund um den Staffen.

Sind die Almen im Winter geöffnet?

Für Oberauerbrunstalm und Piesenhausener Hochalm ist keine verlässliche Winterbewirtung bestätigt. Öffnungen vorab direkt prüfen und für die Tour eigene Verpflegung mitnehmen.

Welche Alternative gibt es bei ungeeigneten Gipfelbedingungen?

Eine Möglichkeit sind die geöffneten präparierten Winterwege bei der Hochplattenbahn und rund um den Staffen in Marquartstein. Auch dort müssen Zustand und Wetter zum Besuch passen.

REDAKTIONELL GEPRÜFT

Informationen & Quellen

Zuletzt redaktionell geprüft: 13. Oktober 2026

Stefan Vogel, Gründer von VisitBayern, ist die Rundtour ab Schleching-Mühlau auf die Hochplatte selbst gewandert. Der Artikel verbindet diese persönliche Erfahrung vor Ort mit ergänzend recherchierten Toureninformationen. Die damalige Begehung dokumentiert ein konkretes Wintererlebnis; sie lässt keine Rückschlüsse auf die heutigen Schnee-, Eis- oder Wegverhältnisse zu.

Die Angaben zu Ausgangspunkt, Wegverlauf, Strecke, Höhenmetern und Schwierigkeit wurden mit den offiziellen Tourenbeschreibungen von Achental Tourismus und Chiemgau Tourismus abgeglichen. Die veröffentlichten Referenzwerte der regulären Rundtour betragen 11,2 Kilometer, 1.006 Höhenmeter jeweils im Auf- und Abstieg sowie rund sechs Stunden Gehzeit. Diese Werte sind keine persönlich gemessenen Daten der Begehung von 2021 und keine verbindlichen Wintergehzeiten. Die Gipfelhöhe beträgt 1.583 Meter; das offizielle Tourenblatt nennt einen höchsten Trackpunkt von 1.587 Metern.
Für die winterliche Einordnung wurden außerdem die Informationen der Hochplattenbahn, die DAV-Hinweise zum Winterwandern und der Lawinenwarndienst Bayern berücksichtigt. Die Almangebote sind saisonabhängig. Geprüfte Quellen ersetzen keine aktuelle Beurteilung von Wetter, Schnee, Lawinengefahr und Wegen vor Ort.

Offizielle Quellen:

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